Vor hundert Jahren in unwegsamem Gelände gebaut, fährt heute die Rhätische Bahn im Stundentakt nach Arosa – mitten hinein in die prächtige Bergwelt.

Arosa GR

Anreise:
Mit den SBB bis Chur, dann umsteigen auf die RhB.
www.sbb.ch


Sehenswürdigkeiten:
Alpengarten Maran mit 450 typischen Pflanzenarten. Daneben die alpine Versuchsstation der ETH Zürich. Multimediale Wasserspiele auf dem Obersee. Heimatmuseum im «Eggahaus». 


Verpflegung:

«Burestübli» des Hotels Arlenwald
Feiner Wurst-Käse-Salat, Capuns und prima Grilladen.
Tel. +41 (0)81 377 18 38


Übernachten:
Hotel Vetter
Urchig renoviert, zivile Preise.
Tel. +41 (0)81 378 80 00.


Traumhafte Wanderung:
Bei dieser märchenhaften Wanderung von Arosa übers Alteiner Fürggli nach Wiesen geht es zuerst wacker bergauf, bis auf 2500 Meter. Gut ausgeschildert, der Weg bietet nie technisch schwieriges Gelände. Aber gut fünf Stunden reine Wanderzeit sollte die Kondition hergeben.


Allgemeine Auskünfte:
Arosa Tourismus
Tel. +41 (0)81 378 70 20
www.arosa.ch

Ein so kurzer Ortsname mit gleich drei strahlenden Vokalen ist schon fast die halbe Miete auf dem Weg zum Erfolg. ArOsA! Leicht gewürzt mit gurrendem «r» und einem säuselnden «s», wird daraus etwas, was ganz von allein auf der Zunge zergeht. Das Dörfchen hinter sieben Bergen, dem Himmel näher als die meisten andern, musste aber zuerst einmal entdeckt werden: Sommerfrischler haben hier oben im vorletzten Jahrhundert als erste Touristen in Bauernhäusern Logis gefunden.

Und dann kamen «verruckti Khöga» und bauten von Chur aus eine Bahnlinie hinauf zu diesem Arosa, von 584 Meter über Meer auf 1739 Meter. Eigentlich gar nicht machbar, weil die Felsen und Schluchten viel zu bröckelig. Da stürzten denn auch Stützwände ein, die neuen Tunnels verbogen sich, Gleise wurden verschüttet. Dennoch kam es nach lediglich zwei Jahren Bauzeit zur Jungfernfahrt, vor genau hundert Jahren. Seither bietet sich Arosa nicht nur für ausgedehnte Ferien an, sondern auch als leicht erreichbares Ziel eines erfüllenden Wochenendes.

Blick auf wenige Häuser vor Bergkulisse.
Weit kann hier der Blick schweifen: Die Landschaft von Arosa.
Bergkirche mit Bergkulisse im Hintergrund.
Einkehr in der Stille: Bergkirchli.
Hotelzimmer mit Aussicht auf die Bergkulisse.
Urchig gediegenes Ambiente: Hotel Vetter.

Berückende Landschaft

Zwischen 5 und 23 Uhr gibt es alle Stunde eine Verbindung von Chur nach Arosa. Wenn sich der Zug in der berückenden Landschaft selbstbewusst hinaufwindet, souverän Brücken und Tunnels passiert und senkrechten Felswänden entlangkraxelt, dann bleibt doch in Erinnerung, wie behutsam und vorsichtig noch die Arosabahn sich in der Stadt Chur verhält. Sie schiebt sich im Schneckentempo vom Bahnhofplatz durch die Engadinstrasse hoch, mischt sich wie ein ordinäres Tram in den Strassenverkehr, quetscht sich am mittelalterlichen Obertorturm vorbei, meist mit gellenden Pfiffen vor sich selber warnend, und hält dann tatsächlich demütig am Plessurquai an der mickrigen Haltestelle «Chur Stadt». Ein Kuriosum. Doch dann gilt es ernst – und nach einer Stunde ist Arosa erreicht.

Die Weisshornbahn fährt aufwärts.
Das weckt Hochgefühle: Fahrt mit der Weisshornbahn.

Lieblich und gemütlich

Die Gebirgsstation ist lieblich und jederzeit bereit für den Empfang der Ausflügler. Die 2000 Einwohner stellen über 12 000 Fremdenbetten zur Verfügung. Vergnügte Schlemmer kommen auf ihre Rechnung, ob im «Kachelofa-Stübli» des Waldhotels National bei Gänseterrine und Pata-Negra-Filet oder im «Burestübli» bei Wurst-Käse-Salat und Capuns. Im Hotel Vetter an der Seeblickstrasse lässt sich auch gemütlich übernachten. Liegt einen Steinwurf weit vom Bahnhof und von der Talstation der Weisshornbahn entfernt.

Der Ball fliegt weiter

Wer sich auf einem der höchstgelegenen 18-Loch-Golfplätze Europas versuchen will, wird in Arosa gefordert. Die alpinen Bedingungen und die ungewöhnliche Topografie verlangen besonderes Feingefühl – zudem fliegt der Ball in der dünnen Luft spürbar weiter als gewohnt. Die offene Arena von Arosa bringt sommers vor allem die Spaziergänger und Wanderer auf die Beine. Die Möglichkeiten sind praktisch grenzenlos. Dank des teils kalkreichen, teils kalkarmen Untergrunds ist die Flora ungewöhnlich reichhaltig. Botaniker haben gegen 900 Blütenpflanzen bestimmt. Auf den einsamen Wegen entdecken die Aufmerksamen neben den legendären Eichhörnchen auch die Gämsen, Murmeltiere, Steinböcke, Rothirsche, am Himmel hoch die Steinadler und über Blumenwiesen den Apollofalter.