Zahllose Routen führen auf den Weissenstein hinauf. Unterwegs kann gebrätelt, geklettert und selbstverständlich eingekehrt werden. Auch abkürzen lässt sich die Wanderung gut.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:

Niederbipp liegt an der Bahnlinie Olten–Solothurn.

www.sbb.ch


Route
:

Niederbipp-Station – Oberbipp, mit Umweg zum Kirchhof – Ruine Bipp – Rumisberg – Farnern – Bettlerküche – Hochchrüz – Hinteres Hofbergli – kleiner Umweg zum Niederwiler Stierenberg – Oberbalmberg – Kurhaus Weissenstein, Gondel (nach Oberdorf zur Bahn).


Dauer:

5½ Stunden. 1125 Meter aufwärts, 314 abwärts. Die Route ist gut kürzbar (s. Text).


Wanderkarte:

223 T, Delémont, 1:50 000.


Verpflegung:

Mehrere Möglichkeiten. Perfekt liegt das Hofbergli.

Tel. +41 (0)32 637 15 03
www.hofbergli.ch


Natürlich kann man auch auf dem Weissenstein einkehren.



Den Weissenstein ersteigen wir, mein Grüpplein und ich, jedes Jahr gern aufs Neue. Zahllos sind die Routen durch seine Flanken, die eine dem Mittelland zugeneigt, die andere nach Norden in den Jura schauend. Der Weissenstein verleidet einem lebenslänglich wohl nie. Diesmal starten wir in Niederbipp. Hinüber nach Oberbipp übertun wir uns nicht, die Strecke ist perfekt zum Einlaufen, ein wenig Sicht auf das breite Tal der Aare bekommen wir auch schon. In Oberbipp leisten wir uns einen kurzen Abstecher von der Wandertraverse am oberen Dorfrand hinab zur Kirche.

Auf dem Kirchhof gibt es ein vor wenigen Jahren in der Nähe ausgegrabenes Dolmengrab zu besichtigen. Eine aus grossen Steinen geschaffene, höhlenartige Grabstätte der Vorgeschichte. Nun beginnt die eigentliche Strapaze, wobei sich kupierte Abschnitte mit eher flachen abwechseln. Wir passieren im Steilhang die Ruine Bipp, kommen nach Rumisberg, erreichen hernach Farnern. Wer die Wanderung abkürzen will, gelangt mit dem Bus hier hinauf und braucht bis zum Weissenstein statt 5,5 nur 3¼ Stunden; das nebenbei bemerkt.

Im Restaurant Jura trinken wir etwas. Hernach attackieren wir die bewaldete Kalkkrete vor uns. Oben sind wir begeistert, nachdem uns der Name «Bettlerküche» die letzten 2 Stunden bereits fasziniert und ins Spekulieren gebracht hat. Die Bettlerküche stellt sich als charismatischer Waldplatz zwischen hohen Felsen heraus und mag einst dem fahrenden Volk als Lagerplatz gedient haben; die Obrigkeit mochte wohl nicht jeden Tag dort hinauf ausrücken und die Leute verscheuchen. 

An unserem Tag brennt in einer Mulde tatsächlich ein Lagerfeuer. Die Bettlerküche lebt! Junge Kletterer haben das Feuer entfacht, der Tag ist kühl, sie wärmen sich zwischen den einzelnen Klettergängen auf. 

An der Krete ziehen wir vorwärts. Bis zum Einschnitt beim Hochchrüz haben wir zur Linken eine Kante, doch zwingt uns der Weg nicht ganz nah an sie heran; in die Tiefe schauen ist freiwillig. Bald darauf sind wir beim Hinteren Hofbergli, treten ein, freuen uns – was für ein heimeliges Lokal. Und es stellt sich heraus: Sie machen einen erstklassigen Hackbraten. Nach dem Zmittag müssen wir wieder steigen, freiwillig nehmen wir den kleinen Hügelspitz beim Niederwiler Stierenberg mit. Die Sicht ist umfassend, reicht bis zu den Alpen. Bis zum Balmberg ist uns nun eine eher lockere Passage gegönnt, wir sind froh darum. Dort kommen wir am Seilpark vorbei, Kinderkreischen zwischen den Bäumen. Wer eine Familie hat, kann die Attraktion gleich ins Wanderprogramm einbauen. Und übrigens gibt es auch beim Balmberg eine Bushaltestelle, diese Route ist beliebig kürzbar und veränderbar. Wir selber wollen höher hinaus, auf den Weissenstein eben.

Oben ankommen ist wie heimkommen.

Freilich verzichten wir auf die strengste Variante via Röti, wie vorgelagert der höchste Punkt des Solothurner Hausberges heisst. Rechterhand umgehen wir die Röti; wir erreichen unser Schlussziel, das Kurhaus mit der Gondel-Bergstation, auf einem breiten Forststrässchen, einer ebenmässigen Rampe. Oben ankommen ist dann wie heimkommen. Endlich wieder auf dem Weissenstein! So soll es auch die nächsten Jahre weitergehen mit uns und diesem schönen Berg.