Auf dem Heidipfad am Pizol ist für Abwechslung gesorgt. Geissen suchen und barfuss durchs Wasser waten ist ein Spass für die Kleinen – die atemberaubende Aussicht ein Genuss für die Grossen.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:
Mit Auto auf der A 13, Ausfahrt Bad Ragaz, dann Beschilderung folgen.
Mit dem Zug bis Bad Ragaz. Ab da mit dem Ortsbus zur Talstation Pizolbahn. Dann mit der Gondel bis Pardiel.
www.sbb.ch

Heidipfad:
Panoramaweg, kinderwagengängig bis Alp Schwarzbüel. Geissenställe, Hängemattenwald, Kinderkneippanlage, Feuerstellen etc. Rundweg, reine Gehzeit 1,5, mit Kindern 2,5 Stunden. 

Heididorf Maienfeld: ­
Authentischer Nachbau von Heidis Alphütte, Heidi-Shop, kleinste Poststelle der Schweiz, Heidi-Weg.
Anreise, Öffnungszeiten, Tarife:
www.heididorf.ch

Allgemeine Auskünfte:
Heidiland Tourismus, Tel. +41 (0)81 720 08 20 
www.heidiland.com 
Pizolbahnen, Tel. +41 (0)81 300 48 30
www.pizol.com

«Heidi? Das war meine Lieblingssendung im Fernsehen, als ich ein Kind war. Und ich habe keine einzige Folge der Zeichenserie verpasst», erinnert sich meine Kollegin, die mit ihren Kindern an der Talstation der Pizolbahn bei Bad Ragaz SG wartet. Und was meinen ihre beiden Buben dazu? «Also ich kenne Heidi eigentlich nicht so gut», sagt Dario, 7. Und auch Diego, 8, ist kein grosser Heidi-Fan. Trotzdem wollen sie nicht mit einer gewöhnlichen Gondel den Berg hinauf. «Wir warten auf die Heidi-Gondel, da hat es nämlich Spielsachen drin.» 

Ihre Geduld zahlt sich aus. Bald schon steigen wir in die gemütlich eingerichtete Gondel ein, und während der 15-minütigen Fahrt bis zur Station Pardiel beginnen sich die beiden Buben dann doch für Heidi zu interessieren. Gemeinsam schauen sie sich ein Bilderbuch mit der ­Heidi-Geschichte an, das in der Gondel aufliegt.

Der Heidi-Roman

In ihrem Kinderroman «Heidi» erzählt Johanna Spyri die Geschichte vom Waisenkind Heidi, das von der Tante Dete auf die Alm zum eigenwilligen Alpöhi gegeben wird und dort mit dem Geissenpeter auf die Tiere aufpasst. Weil der Alpöhi das Mädchen nicht in die Schule schicken will, bringt Dete es später zu den Sesemanns nach Frankfurt, als Spielgefährtin der gelähmten Klara. 

Eine bemalte Gondel.
Die Heidi-Gondel mit Spielzeug.
Zwei Kleine Ziegen, im Hintergrund zwei Kinder und ein Mann.
Wo ist Schecke? Kinder suchen entsprungene Geissen.

Von der Wirtschaftsdame Fräulein Rottenmaier geplagt und krank vor Heimweh, kehrt Heidi wieder zurück in die ­Berge. «Heidi» ist das bekannteste Werk der Schweizer Literatur. Es wurde in 50 Sprachen übersetzt, mehr als ein Dutzend Mal verfilmt und erreichte eine Gesamtauflage von über 50 Millionen Exemplaren. Und es feierte auch als japanische Zeichentrickserie grosse Erfolge.

Der Heidipfad beginnt an der Bergstation Pardiel. Die Buben stürmen gleich los, denn es gibt viel zu tun.

Geissenpeter hat nämlich nicht gut auf die Geisslein aufgepasst, und die Kinder müssen diese jetzt wieder finden. Also, los gehts durchs Geissentor, dann treffen wir schon auf das erste Tier, das Schneehöppli. Und es findet nur nach Hause, wenn es die Glocken der Dorfkirche läuten hört. Also lassen die beiden Buben kräftig die Glocke, die an diesem Posten montiert ist, erklingen. 

Beim Geisslein Schecke gibt es einen grossen Trichter, in den man juchzen soll, damit die Geissen heimfinden. Da machen Dario und Diego natürlich noch so gerne mit. 

Kneippen, bräteln, Punkte sammeln

Der herrliche Weitblick übers Rheintal bis zum Bodensee inter­essiert sie hingegen weniger, denn es gilt, noch zehn Geissen zu finden und dabei allerhand zu erleben. Den Barfussweg beispielsweise, bei dem sich auch eine Kneippanlage befindet. Herrlich, wie das Wasser die Füsse kühlt. Schliesslich gelangen wir zum Picknickplatz mit Feuerstelle. Also gibt es erst einmal eine gebratene Wurst zur Stärkung, denn nachher folgt ein recht steiler Aufstieg. Aber auch der ist – mit etwas gutem Zureden – bald geschafft. 

Jetzt geht es nur noch gerade­aus, vorbei an Distelfink und weiteren Geissen-Posten.

Nur gerade für die Holzschaukel nehmen sich die Buben etwas Zeit, denn darauf lässt sich herrlich hin- und herschwingen. Schliesslich haben sie sämtliche Geisslein gefunden. Damit ist auch die Stempelkarte voll, die an jedem Posten im Mund von hölzernen Geissen abgestempelt wurde, um ein Lösungswort zu ermitteln. 

Nach rund drei Stunden fahren wir mit der Gondel wieder hinunter zur Talstation. Und wie hats den Buben gefallen? «Mega», findet Dario, und Diego will den «Heidi»-Film sehen – aber als Trickfilm natürlich.