Von der alten Rheinbrücke bis zum neuen Wasserkraftwerk und auf der andern Flussseite wieder zurück. Ein beschaulicher Spaziergang an Schweizer und deutschen Gestaden.

Rheinufer-Weg

Mit gut zwei Stunden Marsch sollte man für den gesamten Rundweg von sechs Kilo­metern rechnen. Am besten plant man einen Tagesausflug ein; mit Lunch auf der deutschen Seite der Rheinbrücke und Nachmittagskaffee und Spaziergang durch das hübsche mittelalterliche Städtchen auf Schweizer Seite.

Anreise
ÖV: Nach Rheinfelden. Von April bis Oktober gibts Schifffahrten von und bis Basel. www.bpg.ch

Restaurant
Ristorante I Fratelli im Haus Salmegg, sehr gute Küche, grosse Terrasse am Fluss. Rheinbrückstr. 8, Rheinfelden Baden (D), www.ristorante-i-fratelli.de

Infos
Tourismus-Info Rheinfelden auf Schweizer Seite, Marktgasse 16 im Rathaus. Dort gibts eine handliche Broschüre über die Stationen am Weg. Eine interaktive Rheinufer-Rundwegkarte findet sich auf www.tourismus-rheinfelden.ch Auf Anfrage können Interessierte das neue Wasserkraftwerk besichtigen. 

Ein Bijou ist Rheinfeldens historische Altstadt auf Schweizer Seite. Man kann es vor oder nach der Flusswanderung bewundern. So oder so starten meine Freundin Lena, 58, und ich unseren Rundweg hinter der alten Rheinbrücke mit den fünf Brückenbögen – schon längst aus Stahl und Beton anstatt aus Holz wie seit Mitte des 12. Jahrhunderts. Internationale Flaggen knattern beidseitig im Wind, im Zollhäuschen gehts gemächlich zu und her. Hin und wieder reichen Kauflustige Papiere durchs Fenster, um vom Erlass der deutschen Mehrwertsteuer zu profitieren. Mitten im Strom ruht das sogenannte Inseli mit den Resten einer mittelalterlichen Burg. Damals – 1130 wurde Rheinfelden von Herzog Konrad von Zähringen zur Stadt erhoben – entwickelte sich hier ein politisches Machtzentrum. 

Ein Aussenpool bei einem Hotel
Parkresort Rheinfelden, Sole-Aussenbecken.
Ein Hotel mit einem Park davor.
Zum Bestaunen: Grand Hôtel des Salines.
Sitzstufen aus Beton an einem Flussufer.
Zum Verweilen: Sitzstufen am Rheinstrand.

Es summt und brummt

Erst im 19. Jahrhundert wurde der Rhein zur politischen Trennlinie, und auf dem Inseli entstand eine Parkanlage. Wun­derschöne Ausblicke auf die helvetische Seite Rheinfeldens erleben wir auf dem leicht ansteigenden Weg zum Adelberg von der deutschen Seite aus. Herrschaftliche Gebäude säumen drüben die Ufer, während es hier summt und brummt rund um die prächtigen Wiesen und die blütenreichen Staudenbeeten. Schmetterlinge und Insekten finden ihr Eldorado. Adelberg, das war der alte Weinberg des Adels aus dem heutigen Rheinfelden, wo erneut Reben an­gepflanzt werden. Trotz schön angelegter Aussichtsplattformen, Skulpturen und hölzerner Liegen für zwei mit dem sinnigen Namen Rheinliebe sind die deutschen Ufer recht ursprünglich gehalten, schön verwildert sogar.

Entlang dem Serpentinenweg erreichen wir die Höll­hooge, den Höllhaken.

Der heisst so, weil der vorspringende Felsen den Rhein an dieser Stelle von 250 auf 175 Meter Breite verengt und somit auch viel schneller dahinfliesst. Das Höllhooge-Haus, ein altes Fischerhaus von 1764, heute ein Wohnhaus mit Künstleratelier, ist lustig anzusehen. In Stein gehauene Ungeheuer zieren dramatisch den Eingang. Weiter des Weges erklären uns grosse Farbtafeln, was in dem idyllischen Naturraum so alles kreucht und fleucht. Viele Baum- und Fischarten gibt es, und sogar der Biber siedelte sich am Ufer wieder an. Gross an­gelegte Wassertechnik löst die wildromantische Uferszenerie bald ab. Im Pavillon Kraftwerk 1898 können wir eine Original-turbine des alten Kraftwerks mit Generator und Laufrad besich­tigen. Lautlos öffnet sich das schwere Tor, ein Aufseher grüsst uns stumm. Im nun mit grossen Steinen und kleinen Inselchen durchsetzten Rhein wurde das Gwild-Biotop angelegt, als ökologische Ausgleichsmassnahme der von der Technik doch strapazierten Natur. Mit Fischtreppen und Aussichtskanzeln, die den Blick bis zum neuen Kraftwerk freigeben, das quer überm Rhein liegt. Und mitten im Strom nistet zur Freude aller ein stolzes Schwanenpaar.

Dank Salinen zum Kurort

Über die Kraftwerkbrücke beim Stauwehr erreichen wir das neue Maschinenhaus auf der Schweizer Seite. Steil gehts dann bergan. Als Alternative führt ein schmaler Fussweg durch den Hangwald bis hin zur neuen Siedlung Alte Saline, in Erin­ne­rung an die Entdeckung der Salzlagerstätte Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie machte Rheinfelden zum wohlbekannten Kurort. Bald schon wurde ein neues Solbad mit dem eleganten Grand Hôtel des Sa­lines au Parc er­richtet. Heute ist der gross­zügige Kurpark des Hotels mit präch­tigem Baum­bestand zum öffentlichen Stadtpark erweitert worden. Die neue Treppenanlage direkt am Flussufer lässt uns verweilen und die Sonne ge­niessen. Zu Recht wurde dieser schöne Park – wie übrigens 

der gesamte historische Stadtkern – mit dem Wakkerpreis 2016 ­ausgezeichnet. Noch ein paar Schritte durchs imposante Stadttor, und schon hat uns die Altstadt wieder. In der historischen Marktgasse warten zahlreiche Cafés auf uns.