Geschäftige junge Leute flitzen herum, legen hier und dort Hand an. Tags darauf wird auf der 20 000 Quadratmeter grossen Warmbächlibrache ein Spielfest für Kinder über die Bühne gehen, über tausend werden kommen und sich austoben.

Auf dem Areal, das bis 2015 eine Kehrichtverbrennungsanlage beherbergte, finden sich Kübel mit Pflanzen, ein Spielplatz, eine Bar, Grillplätze, Kunstinstallationen, ein alter Bus und ein Biotop, das zwei junge Gärtner mit Pflanzen umsäumten. Michael Luginbühl, 33, einer von ihnen, hat jetzt eine «Riesenfreude», wenn Kinder Blumen pflücken. Am einzigen schattigen Ort an einem heissen Abend, der die Berner in die Aare lockt, spritzt ein kleines Mädchen schwarze Farbe auf Papier, das es später zu einem grossen Bild zusammenkleben will. 

Die Warmbächlibrache ist seit Herbst 2015 für die Bewohner des Quartiers Holligen da. Der Verein Warmbächlibrache handelte damals einen Gebrauchsleihevertrag mit der Stadt Bern aus und setzte durch, dass die Brache rund um die Uhr offen ist. Er koordiniert Veranstaltungen ab 50 Personen. Schon mehrere kleine Zirkusse traten hier auf, Velo­fahrer brausten beim Brachencross durch die hügelige Industrielandschaft, Mikrobrauereien präsentierten tausend Besuchern ihre Produkte, Holzschnitzer gaben Kurse.

Bei solchen Anlässen geht es nicht ums Geldverdienen, die Gemeinnützigkeit steht im Vordergrund. 

Christian Walti, 34, reformierter Pfarrer und Präsident des Vereins, sagt: «Unser Motto ist: vom Quartier, fürs Quartier. Holligen verfügt praktisch über keine öffentlichen Räume. Die Brache ist der Ort, wo sich alle Generationen begegnen.» Sie bräteln, geniessen einen lauschigen Abend oder basteln etwas. Ein Ort der Toleranz auch, solange die anderen Benutzer nicht gestört werden. Täglich kommen Sprayer wie Adrian vorbei, der gerade mit seinen zwei Freunden ein altes Graffito an den Wänden der ehemaligen KVA übermalt hat und nun ein neues kreiert. 

Wie lange es noch dauert, bis hier eine Genossenschaftssiedlung gebaut wird, ist unklar. 2019 steht im Moment zur Debatte. «Man verdrängt das Ende halt», sagt der Gärtner Michael Luginbühl. www.brache.ch