Über die Pisten kurven, auf den Terrassen Frühlingssonne tanken, in den Skihütten fein essen – und das erhabene Matterhorn mit all seinen Facetten bestaunen: Zermatt ist ein Ausflugsziel für Geniesser.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:
Zermatt ist in einer guten Stunde mit der Bahn ab Visp erreichbar.
www.sbb.ch
Autofahrer stellen das Auto im öffentlichen Parkhaus Matterhorn Terminal Täsch ab und besteigen dort die Bahn für die Weiterreise ins autofreie Zermatt.


Bergbeizen:
Kein anderer Wintersportort begeistert mit einer solchen Vielfalt an fabelhaften Skihütten wie Zermatt.
Chez Vrony, Zermatt:
www.chezvrony.ch
Findlerhof, Zermatt:
www.findlerhof.ch
Fluhalp, Zermatt:
www.fluhalp-zermatt.ch
Foyer des Guides, Valtournenche:
www.foyerdesguides.it
Chalet Etoile, Breuil Cervinia:
www.chaletetoile.it


Unterkunft: 
Coeur des Alpes, Zermatt
Stylish, gemütlich und sehr, sehr gut geführt. Wenige Schritte von der Talstation der Matterhornbahnen entfernt. 
www.coeurdesalpes.ch

Bella Vista, Zermatt, DZ
Familiäres Chalethotel an herrlicher Aussichtslage über den Dächern von Zermatt.
www.bellavista-zermatt.ch



Zermatt unplugged:
Vom 4. bis 8. April 2017 findet das zehnte Singer-Songwriter-Festival statt, unter anderem mit Stephan Eicher, Nelly Furtado, Paolo Nutini, Michael Bolton, Jess Glynne.
www.zermatt-unplugged.ch

Berglust ist eine Inszenierung. Winterzauber ist, wenn Menschen sich in Bildern wiederfinden, die im Kopf schon als Sehnsucht vorhanden waren. Also: das Erlebnis von stiebendem Schnee, das Prickeln frischer Bergluft, das Glücksgefühl, mit der Gipfelwelt auf Augenhöhe zu stehen. Oder: die Terrasse einer Skihütte wie im «Chez Vrony», die Urwalliser Alpin-Ambiente mit zeitgemässem Wohlfühldesign verbindet. Winterzauber ist eine 17 Kilometer lange, makellos präparierte Abfahrt vom Klein Matterhorn (3883 m ü. M.) hinunter nach Zermatt (1620 m ü. M.). Winterzauber ist die Möglichkeit, mehrmals am Tag die Perspektive auf die 38 umliegenden Viertausender zu wechseln – den talübergreifenden Verbindungen zu den italienischen Nachbarn sei Dank.

Das Hotel Riffelhaus in verschneiter Landschaft, eine Berggondel im Vordergrund.
Hochgefühle: Das Hotel Riffelhaus liegt mitten in den Bergwelt.
Zwei Skier fahren den Berg hinunter.
Freie Fahrt für Wintersportler.

Ein glitzernder Teppich

Der ideale Skitag beginnt denn auch auf der Südseite des Klein Matterhorns, im verträumten und morgens meist menschenleeren Valtournenche-Gebiet. Die Pisten liegen wie ein glitzernder Teppich in der Sonne – genau das Richtige, um sich einzufahren und einen kräftigen Cappuccino im Bergrestaurant Foyer des Guides fast unten bei der Talstation zu geniessen.

Anschliessend wedelt man zu den inzwischen griffig gewordenen Pisten ob Breuil-Cervinia hinüber. Wer schon einen kleinen Hunger verspürt und La Dolce Vita im Schnee sucht, peilt das Chalet Etoile zwischen Testa Grigia und Plan Maison an. Seit vielen Jahren wirten hier Cesare Frassy und seine schwedische Frau Ulla, inzwischen auch deren Tochter Caroline und Sohn Kalle. Der Mix aus jungen schwedischen Frauen (vor allem im Service) und italienischen Männern (vor allem in der Küche) ist ebenso grossartig wie der Blick auf die piemontesischen und die französischen Alpen. Zum Inventar gehören auch zwei gemütliche Schäferhunde, die sich von keinem Gast beirren lassen.

Die Pisten liegen wie ein glitzernder Teppich in der Sonne.

Über den Theodulpass (3301 m ü. M.) geht es zurück auf Schweizer Boden und dort via Furi (1867 m ü. M.) und Riffelberg (2582 m ü. M.) zu den Hängen am Fusse des Gornergrats – am schönsten auf den Pisten des Sessellifts Riffelberg–Gifthittli (2935 m ü. M.). Dann traversiert man ganz nach Norden aufs Rothorn (3103 m ü. M.) und brettert von dort in ein paar Schwüngen zur Fluhalp-Hütte oder etwas weiter hinunter durchs Skigebiet Sunegga zum Weiler Findeln (2100 m ü. M.).

Rustikale Klasse

Hier bieten gleich fünf Bergbeizen rustikale Klasse statt Selbstbedienungsrummel. Etwa der «Findlerhof» von Franz und Heidi Schwery. In der holzgeprägten Gaststube ist alles so wie in einer Alphütte vor 150 Jahren –  niemand würde sich wundern, wenn Matterhorn-Erstbesteiger Edward Whymper mit seiner Seilschaft hereinspaziert käme. Und die beiden Sonnenterrassen könnten einem Fotoband mit dem Titel «Unsere heile Schweiz» entsprungen sein.

Köstliches aus der Region 

Wer die Speisekarten am Berg studiert, kommt zur Einsicht: Die Gastgeber der besten Hütten haben Luxusprodukte weitgehend durch lokale Kulinarik ersetzt. Servierten sie einst Meeresgetier und Gänseleber, tischen sie nun vor allem Köstlichkeiten auf, die ihren Ursprung vor Ort haben: Walliser Lamm-Entrecote mit Kartoffelstock statt Steinbutt aus dem Atlantik beispielsweise oder Heusuppe mit Trockenfleisch statt Hummercurry. «Unsere Gäste sollen nicht um die halbe Welt reisen, um dann bei uns südafrikanische Langusten serviert zu bekommen», sagt Vrony Cotting-Julen vom «Chez Vrony». Das Authentische, das perfekt gemacht ist, steht im Mittelpunkt und damit für einen Trend, der weit über die Alpen hinaus wirkt.

Das Authentische, das perfekt gemacht ist, steht im Mittelpunkt und damit für einen Trend, der weit über die Alpen hinaus wirkt.

Egal, für welche Skihütte man sich entscheidet: Gegen 16 Uhr ist Schluss. Das Aufbrechen mag schwerfallen, doch am Ende der Sunnegga-Piste fängt der Spass für manchen Zermatt-Kenner erst richtig an. Die grosse Terrasse des Hotels Cervo, von swingender Livemusik oder DJ-Sounds beschallt, ist eine der stimmigsten Adressen für Après-Ski-Genuss. Auch das ist Winterzauber. Genauso wie das Gefühl von Geborgenheit, das einen erwartet, wenn man bei Gastgebern wie Leni und Thomas Müller-Julen im Boutiquehotel Cœur des Alpes wohnt. Besser kann man den Frühling nicht beginnen, wenn man das Glück hat, es sich leisten zu können.