Unter den Sohlen knirscht der Schnee, auf den Wangen prickelt die kalte Luft. Winterspaziergänge tun dem Körper gut und lüften den Geist. Wir stellen zehn Touren vor, im Unterengadin, im Wallis, im Saanenland und in der Zentralschweiz – alle führen an einer Bergbeiz vorbei.

Schön ist Winterwandern. «Es tut dem Menschen noch besser als Sommerwan­dern», schreibt der Wanderkolumnist Thomas Widmer und trifft den Punkt: Schritt für Schritt durch den knirschen­den Schnee zu stapfen, prickelnde Alpen­luft einzuatmen, vielleicht ein Reh am Waldrand zu beobachten und sich danach mit roten Backen und eisiger Nasenspitze eine Rast in einem heimeligen Bergrestau­rant zu gönnen, hat einen sofortigen Er­holungseffekt und erhellt den Gemütszustand vieler Menschen aus dem durchnebelten und verschnupften Unter­land. Auf der Stirn glätten sich prompt die Querfalten, abgesunkene Mundwinkel heben sich, und nach ein, zwei Tagen fühlt man sich wieder putzmunter und könnte Bäume ausreissen.

In der Schweiz laden ungezählte prä­parierte Wege zu winterlichen Streifzügen ein, meist mit pinkfarbener Beschilderung oder gelben Tafeln mit weissem Schnee­kristall auf pinkfarbenem Punkt markiert. Allein Graubünden lässt sich auf 1400 Kilometern durch stille Wälder und über aussichtsreiche Sonnenterrassen erwan­dern, im Wallis und im Berner Oberland sind es jeweils über 1000 Kilometer im Schnee, und das Wegnetz wird Jahr für Jahr vielseitiger. Im Folgenden picken wir zehn familientaugliche Höhepunkte für genussorientierte Win­terwanderer heraus.